Mehr Mädchen und Jungen nehmen an Vorsorgeuntersuchungen teil

Veröffentlicht am 21.04.2011 in Soziales

Sandra Scheeres

Seit Einführung der verbindlichen «Einladungen» vor einem Jahr nehmen nach Angaben der Berliner SPD-Fraktion etwas mehr Kinder an Vorsorgeuntersuchungen teil.

Mit diesem Verfahren würden Eltern konsequent an die sinnvollen Früherkennungsuntersuchungen per Brief erinnert und notfalls persönlich beraten, sagte die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sandra Scheeres, am Dienstag. In den ersten Monaten nach der Einführung sei eine Teilnahme und Rückmeldequote von durchschnittlich 92 Prozent für wichtige Vorsorgeuntersuchungen erzielt worden. Zuvor seien es 87 bis 90 Prozent gewesen.

Das Verfahren betreffe nicht explizit sogenannte Risikofamilien und sei auch nicht auf die Aufdeckung von Missbrauchsfällen ausgelegt, sondern richte sich an alle Familien. Es sei ein System geschaffen worden, das alle Kinder unabhängig vom Versichertenstatus und dem Besuch einer Kita über einen Zeitraum von fünf Jahren erreiche und hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Entwicklung begleite.

Bisher sind nach Scheeres Angaben mehr als 33.000 individuelle Erinnerungsbriefe von einer seit einem Jahr eingerichteten zentralen Stelle an der Charité an diejenigen Eltern verschickt worden, die bis dahin mit ihrem Kind an keiner Vorsorgeuntersuchung teilgenommen haben. «Erfreulich ist, dass Eltern die Erinnerung gut annehmen», betonte die Familienpolitikerin.

Selbst in den Fällen, in denen die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste der Bezirke wegen ausbleibender Reaktion auf ein Erinnerungsschreiben persönlichen Kontakt mit den betroffenen Familien aufnahmen, hätten diese dann kurzfristig einen Untersuchungstermin wahrgenommen. Bei Hausbesuchen seien die Familien nicht verpflichtet, dem bezirklichen Mitarbeiter Einlass zu gewähren, ergänzte Scheeres.

Nach Angaben des gesundheitspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Thomas Isenberg, haben bundesweit im Durchschnitt rund ein Drittel der Kinder im Einschulungsalter «große gesundheitliche Probleme». Vor allem Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten erhielten durch das «verbindliche Einladewesen» im frühen Lebensalter die Chance zur Gesundheitsförderung oder rechtzeitigen Behandlung.

(dapd-bln)

 

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